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JORDAN. Der Weg auf beiden Seiten

10.03.2018 bis 10.06.2018

Vasilije Jordan, 1934 in Zagreb geboren, gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Kroatiens. 1958 beendete er sein Studium an der Kunstakademie in Zagreb, ab 1978 lehrte er dort selbst als Professor. Durch Ausstellungen in Rom, Bologna, Padua und Mailand machte er sich in Italien schon früh einen Namen, während er hierzulande fast unbekannt ist. Das Panorama Museum Bad Frankenhausen zeigt nun eine Überblicksschau mit 63 Ölgemälden und 30 Arbeiten auf Papier. In enger Zusammenarbeit mit der Familie des Künstlers und der Moderna Galerija in Zagreb präsentiert es das Werk des Surrealisten seit seinen Anfängen.

 

Bilder aus der Studienzeit stehen neben den späteren Arbeiten und machen die Entwicklung des Malers anschaulich erfahrbar. Ein Selbstporträt von 1956 ist noch ganz dem Realismus verpflichtet, während andere Bilder bereits den weiteren Weg vorgeben. Jordan arrangiert sein Bildpersonal vor schematisierten Landschaften, die durch starke Farbkontraste geprägt sind und eine unwirkliche Stimmung entfalten. Die Architekturen verraten die Faszination für strenge geometrische Konstruktionen und hinterfangen die Handlung wie Bühnenbilder. Als Schemen durchziehen Damen und Herren aus dem 19. Jahrhundert die Flächen; sie starten Flugversuche mit Gleitseglern, die an da Vinci erinnern, fahren auf den ersten Fahrrädern, stehen im Schwimmbecken herum, tafeln in der Sommerhitze im Freien. Kurz: sie vertreiben sich die Zeit, als wären sie einer Postkarte entstiegen.

 

Immer wieder macht Jordan die venezianische Lagune zum Thema, man meint die aufziehenden Nebelschleier förmlich zu spüren; immer wieder auch beschäftigt er sich mit der Pietà, die sich seinem Zugriff zu entziehen scheint. Da die eigene Tochter als Violinistin tätig ist, schafft er in den neunziger Jahren eine Serie mit Violinen und in den Zweitausendern widmet er den Frauen in seiner Familie mehrere Polyptychen.

 

Wie Werner Tübke kommt auch Vasilije Jordan nicht um Albrecht Dürer herum und stellt ein Mechanisches Nashorn in einem Geflecht aus Schnüren vor eine Mauer. Jordans Bildinszenierungen sind die kroatische Antwort auf Tübkes „Theatrum mundi“, Mensch und Tier werden zur Marionette.

Vasilije Jordan
Zeitmauer, 1971
Vasiljie Jordan
Wohnstätte, 1995
Vasiljie Jordan
Lagune, 1995
Vasiljie Jordan
Stillleben - Puppen, 1965
Vasiljie Jordan
Lapidarium, 1999-2000
Vasiljie Jordan
Sonntag, 2007

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