Safet Zec - Sinnbilder des Schicksals

07.11.2015 bis 21.02.2016

Safet Zec, geboren 1943 in Bosnien-Herzegowina, ist tätig in Venedig, Sarajevo, Počitelj und Paris.

Das Schaffen des Künstlers, der an den Kunstakademien von Sarajevo und Belgrad studiert hat und rasch zu einem der führenden Vertreter des Poetischen Realismus aufstieg, ist in seiner prononciert humanistischen Grundhaltung von einem Welt- und Menschenbild geprägt, das die traumatischen Erfahrungen seiner Familie während des Zweiten Weltkrieges mit der Tragödie des Bosnienkrieges, vor dem er schließlich mit seiner Familie nach Italien flieht, zu großartigen Metaphern der Hoffnung und des Schmerzes von zeitloser Gültigkeit verdichtet. Stilistisch knüpft er dabei an die große Tradition realistischer Malerei an, wie sie vorzüglich von den Alten Meistern (von Michelangelo bis Delacroix) verkörpert wird, bezieht durchaus aber auch Errungenschaften der neueren Kunstentwicklung mit ein.

Das Werk von Safet Zec, der infolge des Bosnienkrieges einen Großteil seiner bis dahin entstandenen Arbeiten verloren hat, umfasst alle klassischen Techniken und Genre vom Stillleben über die Landschaft bis zur Figur, wobei der Ausdruck poetischer Stille zunehmend aufrüttelnden Verkörperungen menschlicher Leiderfahrungen weicht. Die Ausstellung, die eine Auswahl auch großformatiger Exponate aus allen Schaffensgebieten zeigen soll, ist die erste große Überblicksschau des Künstlers, der 2007 zum Chevalier de l’ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich erhoben wurde, im deutschsprachigen Raum überhaupt.

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