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Die Übertragung

Ab April 1982 erfolgte im Leipziger Großatelier, in dem die 1:10-Fassung stand, die exakte Konturendurchzeichnung der Modellfassung auf Klarsichtfolie. Damit betraut wurden Dietrich Wenzel, der seine Arbeit am 12. April aufnahm, gefolgt von Helmut Felix Heinrichs, der am 26. April begann. Von dieser am 8. Juni 1982 fertiggestellten Konturenzeichnung wurden anschließend 900 schwarz-weiß-Fotografien mit einer Seitenlänge von 136 mm mal 136 mm angefertigt. Danach begannen Dietrich Wenzel und Helmut Felix Heinrichs gemeinsam mit den neu hinzugekommenen Künstlern Wolfgang Böttcher, Walter Eiselt, Eberhard Lenk, Volker Pohlenz ihre Einarbeitungsphase in den Malstil von Werner Tübke.

Die Konturenübertragung der 900 fotografischen Quadrate erfolgte im Bildsaal von einem im Zentrum postierten Gerüst mit gleitend montierten Episkopen. Die 10fach vergrößerten Bilddetails wurden auf der Leinwand mit schnelltrocknender umbrafarbener Ei-Tempera festgehalten. Nach 3 Monaten ist der komplizierte Übertragungsprozess mit wenigen Millimetern Differenz abgeschlossen.

Schwieriger gestaltete sich die notwendige Stilanpassung bei den Malarbeiten, denn das Monumentalbild sollte wie aus einer Hand gemalt erscheinen. Werner Tübke stand somit vor der Aufgabe, aus den vorerst 15 ausgewählten Künstlern, die besten für die Vergrößerung im Bildsaal des Panoramas zu bestimmen. In einer Art “Trainingslager” mussten sich die Künstler dem Stile Werner Tübkes anpassen. Dazu Tübke: “Sie (die Künstler) wählten sich erst aus den Vorfassungen, später aus der 1:10-Fassung Teile aus und mussten selbige erst zeichnend, dann malend auf ein 2x2 Meterformat exakt und intensiv hochziehen, dann auch auf 3x4 Meter. Diese Arbeit im Trainingslager dauerte über 1 Jahr. Wir arbeiteten ständig zusammen in der Werkstatt. Dann mussten Entscheidungen fallen, so schwer es menschlich auch manchmal war. Es sind jetzt fünf hervorragende Maler übrig geblieben, die heutzutage für Außenstehende, z.T. auch für Eingeweihte, genau so malen wie ich.” (Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 42 (1985), H. 4, S.304)