Die Ausführung
“1983 begann ich allein mit der Malerei, die Mitarbeiter waren weiterhin in der Werkstatt mit Übungsarbeiten beschäftigt. Allein deshalb, weil ich erst einmal 150 qm als Beispiel und Maßstab zeigen musste, also wie die Malerei strukturiert ist, welche Werkzeuge, Bindemittel, Spannung zwischen Lasuren und sehr pastoser Stofflichkeit usw. - Die Fläche bekommt eine dunkle Imprimatur, farbig bereits differenziert, z.T. komplementär unterlegt, in die erst ins Dunkel, dann ins Helle gearbeitet wird mit möglichen großen Bürsten bis 4 Zoll. Das Ergebnis sieht aus wie eine Schichtenmalerei. Kontur und Format ist Grundbedingung, ebenso das Prinzip, zielstrebig auf die Endwirkung hinzuarbeiten... Das Bindemittel ist notwendigerweise so mager wie möglich, etwas Dammar und etwas Leinöl.” (Tübke in Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 42 (1985), H.4, S. 305/306) “Denn ich wußte, dass sehr viele Lampen kommen und im Rundbau eine doppelte Krümmung entsteht. Jeder Tropfen Öl hätte Glanz geschaffen. Das wäre nicht mehr auszuleuchten gewesen. Das hatte die Folgerung: Ein Kopf musste maximal in einer Dreiviertelstunde fertig sein; weil sonst die Farbe anzieht, aber mehr Öl darf ich nicht nehmen, sonst kommt Glanz. Es ist ein Abenteuer gewesen.” (Protokoll eines Interviews Werner Tübke und Frank Schulz vom 11.10.1994)
Anfang des Jahres 1984 beginnen Helmut Felix Heinrichs und Eberhard Lenk als die ersten Mitarbeiter die Ausführungen im Bildsaal zu unterstützen. Auf einem zweiten Arbeitsgerüst ist ihnen das obere Drittel des Monumentalgemäldes zugeordnet worden. Volker Pohlenz, Andreas Katzy und Matthias Steier folgen im März und April.
“Auf den Gerüsten haben wir Farbfotos, laufen oft in den Raum, in dem die 1:10-Fassung steht und lernen dort Figuren auswendig. Im Malsaal selbst kann die kleine Fassung nicht stehen, da die Gerüste (mit Motoren fahrbar) in der Mitte zwecks Führung fixiert sind. Wir arbeiten in zwei Schichten, wöchentlicher Wechsel, Sonnabend und Sonntag wird ebenfalls gearbeitet... Am nächsten Tag sollen oder können kaum noch Veränderungen an der Arbeit des Vortages gemacht werden. Also wird am Abend eines jeden Tages Stück für Stück begutachtet, bestätigt oder noch verändert. Die Arbeit bewährt sich und geht vorzüglich voran. Wir haben uns auf eine gemeinsame Palette geeinigt, auf die durchgehenden Farbtöne, auf die tiefsten Töne. Es wird im Uhrzeigersinn gearbeitet. Die Mitarbeiter fahren im oberen Drittel voran, ich fahre mit dem Zweitgerüst mit den unteren zwei Dritteln hinterher. Die Arbeitsabläufe vollziehen sich also von links nach rechts, von oben nach unten - von hinten nach vorn. Da die fünf Kollegen ja eher oben den Kreis schließen werden, als ich nachrücken kann, werden sie - vielleicht auch nur die leistungsfähigsten von ihnen - auch Arbeit in den unteren zwei Dritteln übernehmen müssen. (Schweizerische Zeitschrift für Archäologie und Kunstgeschichte 42, (1985),H. 4, S. 306) Nach 4 Jahren beendet Werner Tübke am 7. August 1987 seine Übertragungsarbeit. Der letzte noch verbliebene Mitarbeiter, Eberhard Lenk, schließt seinen Part am 11. September 1987 ab. Eine Gruppe des DEFA-Studios für Dokumentarfilme hat die Arbeit in periodischen Abständen begleitet und einen Film mit dem Titel “Schlacht am Bild” (20 Minuten) produziert, der in imposanter Weise die Entstehung des Rundgemäldes dokumentiert. Er kann im Panorama Museum auf Vorbestellung für Gruppen gezeigt werden. Im Verkaufsangebot befindet sich eine andere Produktion der DEFA. Das Video “Tübkes theatrum mundi” (60 Minuten) bietet neben der Entstehungszeit auch noch eine einführende Bildinterpretation vom Leipziger Kunstwissenschaftler Dr. Günter Meißner.
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Malarbeiten im Bildsaal
Gerüst vor der Leinwand |
Malarbeiten im Bildsaal
im Vordergrund die 1:10-Vorfassung |
Malarbeiten im Bildsaal
die Ausführung des Panoramagemäldes |
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Eberhard Lenk
der Künstler in 13 Metern Höhe vor der Leinwand |
Ausführung des Panoramabildes
Detail aus der Schlacht |
Werner Tübke im Bildsaal
Die ersten Quadratmeter des Panoramabildes sind fertig. |
Kontext
Ausstellungen
Les Visionnaires
17.03.2012 bis 24.06.2012
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Dopo De Chirico
14.07.2012 bis 21.10.2012
Veranstaltungen
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25.05.2012 20:00 Uhr
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01.06.2012 20:00 Uhr
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