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Monumentalbild

Obwohl die Fertigstellung des Panorama-Gemäldes längst Vergangenheit ist - die Schlussignatur erfolgte am 16.10.1987 - hat dieses Bild bis heute zu kontroversen Diskussionen über Aufgaben, Stellung und Werte zeitgenössischer Kunst herausgefordert und die Gemüter erhitzt. Ja, deutlicher und schärfer als hier haben sich die Meinungen zur Kunst selten in der Öffentlichkeit polarisiert. Dass der Bilderstreit dabei über weite Strecken emotionsgeladen und ohne genaue Details geführt wird, ist ein Spezifikum, das primär wohl aus dem entstehungsbedingt besonderen Charakter dieses phantasiegeladenen Monumentalwerkes resultiert.

1976 hatte der damals bereits international bekannte Leipziger Maler, Grafiker und Akademieprofessor Werner Tübke den Auftrag erhalten, für das Frankenhäuser Panorama-Gebäude ein in den Dimensionen nahezu einmaliges Bildwerk zu schaffen, das den Epochenumbruch in der Zeit des Bauernkrieges zum Inhalt haben sollte. Nach einer längeren Vorbereitungs- und Einarbeitungsphase entstand dann von 1979 bis 1981 eine 1:10-Entwurfsfassung, die von 1983 bis zum Abschluss 1987 mit nur wenigen Ausnahmen punktgenau auf die originalgroße Leinwand übertragen wurde. Aufgrund der gesellschaftlichen Bindung des Auftrages gab es jedoch schon während der Ausführung auch kritische Stimmen. Dass es dem Künstler dennoch gelungen ist, unbeeindruckt vom Willen der staatlichen Auftraggeber und ohne jede Einschränkung seine eigene, ganz persönliche bildnerische Konzeption umzusetzen, galt lange als unvorstellbar und offenbart doch erst den ganzen zeitüberdauernden Sinn dieser Malerei.

Beitrag des MDR-Fernsehens vom 05.11.2010